13.11.2009


Exzellenz = auch ein Zeichen für den Verfall der Wissenschaft an deutschen Universitäten

Während Frankenberg in der Badischen Zeitung wieder volle Konzentration auf die zweite Exzellenzrunde fordert, sieht Peter-Alexis Albrecht die Situation an deutschen Hochschulen in der Kritischen Justiz (2009, 267) ein wenig nüchterner. So schreibt er: "Der Zwang, den einzelnen Hochschullehrer auf Drittmittelsuche zu schicken, ihn also in der Alimentation auf externe Nutzer zu verweisen, hat zur Konsequenz, die Abhängigkeit von ökonomischen Interessen Externer herbeizuführen - ein ökonomisches Grundgesetz."

Na gut, mögen Sie erwidern, aber die Exzellenzinititative sei doch auf Finanzmittel vom Staat gerichtet, und der wolle nur das Beste. Albrecht hierzu: "Falsche qualitative Hierarchisierung der Wissenschaft gibt wenigen "Eliten" das, was an qualitätvoller Grundausstattung allen Universitäten für ihren Bildungsauftrag zukommen muss. [...] Der elitäre Tropfen auf den heißen Stein verpufft nicht nur, er schädigt die Wissenschaftslandschaft in ungeahntem Ausmaß."

Was das für die Lehre bedeutet? "Eliteforscher werden vom Präsidium der Universität von der Lehre zur Hälfte befreit, weil sie sonst ihren Verpflichtungen innerhalt der Exzellenzinitiative nicht gerecht werden. Auf die Studenten werden infolgedessen bundesweit gesuchte "Vertreter" losgelassen."

Ja, ja, so sei es vielleicht in Hessen. Nein, so ist es auch hier, wo sogar Exzellenzlehrprogramme die Freistellung von der Lehre erlauben. Weitere "exzellente" Forschungsprojekte führen zu großzügigen Freistellungen von Hochschullehrern und Assistenten. Damit auch letztere am Fall lernen, worauf es ankommt.